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Kiew (Kiev, Kyiv)

Städte und Regionen der Ukraine

Menschen, die Städte wie Budapest und Prag lieben, werden auch an Kiew ihre Freude haben. Hier ist es der gewundene Lauf des breiten Dnepr, an dessen Ufer die östliche Metropole liegt. Auf den Grünen Hügeln seines rechten Ufers entstand Kiew dereinst, erlebte seine erste Blüte als Hauptstadt der Rus nach ihrer Eroberung 882 durch Oleg aus dem Geschlecht des Warägerfürsten Rjurik. Schon damals muss Kiew eine volkreiche Stadt gewesen sein. Und so wurde der 559 erstmals urkundlich erwähnte Ort zur Mutter der russischen Städte.

Am Ende des 10. Jahrhunderts machte Fürst Vladimir das Christentum zur Staatsreligion und ließ das Standbild des Obersten Gottes Perun in den Dnepr werfen. Die Hauptstadt des ersten großen ostslawischen Reiches blühte bis 1240. Dann wurde Kiew ein Opfer des Mongolensturms. Zeitweilig fiel die Stadt, mit der es erst seit Anfang des 17. Jahrhunderts wieder aufwärts ging, an Polen, wurde russisch mit dem Vertrag von Perejslav und 1708 dann Gouvernementshauptstadt.

Buchtipp

Der städtische und industrielle Aufschwung des 19. Jahrhunderts erreichte auch Kiew, das um die vorletzte Jahrhundertwende bereits 2.500.000 Einwohner zählte. Während Revolution und Bürgerkrieg wechselte die Stadt mehrmals den Besitzer. Siegreich blieben am Ende die Roten, die Kiew zur Hauptstadt der Ukrainischen SSR machten. Hitler kam im September 1941 nach schweren Kämpfen, die seinen Vormarsch auf Moskau entscheidend verzögerten, in den Besitz der Stadt. Im November 1943 befreit, bekam Kiew durch den Wiederaufbau sein heutiges Gesicht. Und dass dieses sich auch weiterhin wandeln wird, davon zeugen die zahlreichen Baukräne sowohl in der Innenstadt, als auch in den ausgedehnten Neubaugebieten der Kiewer Peripherie.

Die frühen Jahre haben nicht allzu viele Spuren hinterlassen. Das Goldene Tor, heute eine Rekonstruktion in Beton, einige freigelegte Grundmauern früherer Bauwerke und die in byzantinischer opus mixtum-Technik hochgezogenen Mauern der Sophienkathedrale künden vom Frühen und Hohen Mittelalter.

Prägend für das heutige Stadtbild Kiews sind der ukrainische Barock des 17. und 18. Jahrhunderts, wie er uns besonders an den sakralen Bauten entgegentritt, der steingewordene Boom der Industrialisierung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und natürlich die 7 Jahrzehnte der kommunistischen Herrschaft. Diese zeigen sich am deutlichsten auf dem Majdan Nezalezhnosti, bei uns durch die Berichte über die Orange Revolution bekannt, und dem Chreschtschatyk, der sich an den Majdan Nezalezhnosti anschließenden weitläufigen Flaniermeile.

Die neue Zeit nach Gorbatschow, Zusammenbruch der UdSSR und Unabhängigkeit gräbt sich in die Erde - in Form weitläufiger Einkaufszentren mit Supermärkten und Edelboutiquen - und sie strebt mit ihren verspiegelten Glasfassaden in die Höhe. Kiew wächst weiter. Während die Einwohnerzahl der Ukraine insgesamt abnimmt, hält der Zustrom aus ländlichen Regionen ungebremst an, und damit auch das Wachstum der Neubaugebiete rund um die Hauptstadt.

 

Restauranttipps in Kiew

Cafe Budmo, Andreassteig  Dieses Cafe liegt etwas unauffällig direkt an der Touristenroute durch Kiew und bietet eine breite Palette an Stärkungen für den kleinen und größeren Hunger. Untere Preisklasse.

Restaurant O´Panas, Taras Schewtschenko Park  Das Restaurant mitten im Park ist dezent traditionell ukrainisch eingerichtet. Nettes und engagiertes Personal bemüht sich um das Wohl der Gäste. Essen und Getränke werden frisch zubereitet und sind sehr schmackhaft. Obere Preisklasse.

Restaurant Cafe Talgen, vul. Velika Vasylkivska (ehem. Chervonoarmijska)  Dieses sehr angenehme Cafe ist Treffpunkt der wachsenden Kiewer Mittelschicht. Abseits des stressigen Rhytmus der Stadt und in entspannter Atmosphäre kann man hier Freunde treffen, Musik hören und einfach nur gut zu Abend essen. Es gibt getrennte Räume für Raucher und Nichtraucher. Mittlere Preisklasse.

Dockers Pub, Kreshatyk  Sehr zentrale Musikkneipe mit gutem Essen. Livekonzerte fast an jedem Tag. Mittlere Preisklasse.


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