Korez (Korets) und Veliki Mezhiritchi. Der Rabbi Dow Bär

Städte und Regionen der Ukraine


Korez ist heute ein Verwaltungszentrum in Wolhynien. Hier wurde einst der größte jüdische Friedhof der Ukraine auf dem Felsenufer des Flusses Kortschyk erbaut.

Im Jahre 1776 wurde in Korez die erste Druckerei der Ukraine gegründet, die Bücher in hebräischer Sprache herausbrachte, darunter die chassidischen Schriften des Rabbis Jakob Josef ben Zvi ha Kohen Katz von Polonoje.

 

Veliki Mezhiritchi


Keine 20 km von Korez entfernt liegt das Dorf Veliki Mezhiritchi. Am Eingang ins Dorf liegt auf einem Hügel ein weiterer jüdischer Friedhof. Hier haben die Nachfahren jüdischer Emigranten im Jahr 1995 ein Denkmal zum Gedenken an die einstige jüdische Gemeinde und ihren Rabbi Dow Bär errichtet.

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Veliki Mezhiritchi ein Städtchen mit einer großen jüdischen Gemeinde. Hier arbeitete und predigte Rabbi Dov Ber (Dow Bär), der zweite große Führer der Chassiden nach dem Tod von Rabbi Baal Shem Tow. Bevor er nach Veliki Mezhiritchi kam, lebte Dow Bär in Korez und in Riwne. Er starb in Annopol (im heutigen  Ostpolen), bekannt wurde er jedoch zu Lebzeiten hier in Veliki Mezhiritvhi. Er hat maßgeblich den Chassidismus als religiöse Strömung verbreitet.

Anders als der Bescht, wie Rabbi Baal Schem Tow kurz genannt wurde, reiste der Rabbi Dow Bär nur ungern und selten. Deshalb kamen viele, viele Leute zu ihm nach Weliki Mezhyritschi (Mesritsch), um seine Sprüche zu vernehmen und von ihm Rat zu erhalten.

Seine Kenntnisse von Kabbala und Talmud haben sogar Mitnagdim und orthodoxe Juden anerkannt. Die Lehre des Dov Ber ist ein kompliziertes theosophisches System, welches in mehreren Werken erklärt wird, die seine Schüler nach den Worten von Rabbi Dow Bär aufgeschrieben haben.

Der Urenkel von Dow Bär, Rabbi Israel Friedman aus Ruzhyn (Ruschin), gründete die Dynastie der berühmte Zadiks von Sadhora.
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