Podolien Rundreise

Privatreise zu den Naturschätzen und stummen Zeitzeugen in Podolien


Wo sich heute die Weiten Podoliens erstrecken, wogte vor mehr als 8 Millionen von Jahren, im Neogen, das sarmatische Meer, in dem urzeitliche Pflanzen und Tiere lebten. Nach ihrem Tod sanken diese Individuen zum Meeresgrund und bildeten die Basis für den heutigen Riffkalkstein, der die "podolischen Towtren" zu einem einzigartigen Reiseziel macht.

Heute bildet der Naturpark "Podolische Towtren" ein vielfältiges Kaleidoskop der älteren und jüngeren Geschichte der Erde und der Menschheit. Auf den Überresten der urzeitlichen Bewohner siedelten und siedeln bis heute Menschen und hinterlassen ihre Spuren auf und im Kalkstein.

Auf Ihrer privaten Podolien Rundreise erhalten Sie einen einzigartigen Einblick in die Erdgeschichte und können ganz einfach auf Schusters Rappen durch die verschiedenen Erdzeitalter spazieren. Sie erforschen die Spuren vom Anfang des Lebens und folgen den steinernen Zeugnissen der vergangenen Jahrhunderte. Der abenteuerhafte Charakter der Aktivitäten auf der Podolien Rundreise sind besonders für Familien mit Kindern ab 6 Jahren ein Hit.

Thematisch angereichert wird die Podolien Rundreise durch den Besuch der beiden kulturell bedeutsamen Städte Lemberg und Czernowitz.

Auf dieser Reise werden Sie durch zuverlässige deutschsprachige Reiseführer begleitet und betreut. Wir organisieren vor Ort alle nötigen Transfers mit Chauffeur und bringen Sie an den Zielorten in gemütlichen Mittelklassehotels in Zimmern mit jeweils eigener Du/WC unter.

Für die An- und Abreise haben Sie im Buchungsformular die Möglichkeit einen günstigen Flug nach und von Lemberg mitzubuchen.

9 Tage
Individualreise
Rundreise
Mittelklassehotel
Frühstück
deutsch
Fahrer + Auto
zubuchbar
RRUAW4

    1.Tag: Anreise nach Lemberg

    Heute gehts von Ihrem Wohnort nach Lemberg. Dazu können Sie in unserer Buchungsmaske einen günstigen Linienflug zubuchen.

    In Lemberg erwartet Sie unser deutschsprachiger Reiseführer direkt am Flughafen und begrüßt Sie in der Ukraine. Gemeinsam mit ihm fahren Sie in Stadtzentrum und beziehen Ihr Hotelzimmer. Dann besprechen Sie kurz das Programm der kommenden Tage und er gibt Ihnen Tipps für eigene Unternehmungen und gute Restaurants in Lemberg. Danach haben Sie Freizeit.

    2.Tag: Lemberg Stadtführung

    Zur Lemberg Stadtführung holt Sie unser deutschsprachiger Reiseführer direkt im Hotel ab und unternimmt mit Ihnen einen Rundgang durch die ostgalizische Metropole. Zunächst besuchen Sie das Denkmal für den größten ukrainischen Dichter Taras Schewtschenko, der zu Zeiten lebte, als dieser Teil der heutigen Ukraine zum k.u.k. Kaiserreich gehörte. Damals entstand die traditionelle Lust der Lemberger Bürger auf Kaffee und Schokolade, der Sie im Wiener Kaffeehaus, heute das kleinste Denkmal in Lemberg, nachforschen. Drinnen im Kaffeehaus erwartet Sie eine der bekanntesten literarischen Figuren dieser Zeit, der brave Soldat Schwejk.

    Zu den schönsten Kirchen Lembergs gehört zweifellos die Peter- und Pauls- Kirche, die heute auch in Erinnerung an ihre Erbauer "Jesuitenkirche" genannt wird, ein Prachtwerk des frühen Barock. Über Süßigkeiten unterhalten Sie sich beim gang durch die Andreolli- Passage, einem Bau aus dem 18. Jahrhundert, in dem der Schweizer Zugezogene Domenico Andreolli 1825 die erste Pralinenmanufaktur Lembergs eröffnete. Von diesen Zeiten künden noch heute dort großformatige Werbeschilder aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Durch die Passage gelangen Sie auf den Marktplatz der Stadt mit seinem einzigartigen architektonischen Renaissanceensemble, welches heute zum Unesco Weltkulturerbe gehört.

    Sie bewundern das wunderschöne, prächtige Lemberger Rathaus und wer es sich zutraut, erklimmt über unzählige Treppenstufen den Turm des Rathauses mit einem unbeschreiblichen Blick über die Stadt. Dann gehts zurück auf den Marktplatz und durch die Krakauer Strasse zur Armenischen Kirche neben der Christi Verklärungskirche. Teile der Armenischen Kirche stammen aus dem 14. Jahrhundert und beherbergt wunderbare Fresken und Wandmalereien. Dann spazieren Sie durch die Armenische Straße, bewundern die riesige Münze mit mittelalterlicher Stempelung, die im Straßenpflaster eingelassen ist. Die Münze gehört zum Stadtwappen Lembergs. Anschließend besuchen Sie den Armenischen Hof, der mit mehreren interessanten Objekten aufwartet. Der Hof war einst Teil der Armenischen Bank, die mehr als 400 Jahre den Lembergern ihre Geldgeschäfte verrichtete, bevor die Sowjets sie nach Übernahme der Stadt schlossen.

    In der kleinen Kunstgalerie "Grünes Sofa" beschäftigen Sie sich mit den aktuellen Trends ukrainischer Kunst, von dort aus geht es gemütlich vorbei am Restaurant mit einer großen Sammlung von Petroleumlampen (hier sei daran erinnert, dass das Petroleum in Lemberg und Ostgalizien erfunden und zuerst eingesetzt wurde) zum Dominikanerdom.

    Vor dem Dominikanerdom findet sich ein riesiger Büchermarkt mit unzähligen Ständen, an denen neue und antiquarische Bücher feilgeboten werden und über den das Denkmal des ersten ukrainischen Buchdruckers, Iwan Fedorow wacht. Neben dem Büchermarkt wurden der mittelalterliche Befestigungswall Lembergs freigelegt, er besteht aus zwei mächtigen Mauern und einem Erdwall. In einem nahegelegenen Café, welches im Keller eines Wohnhauses eingerichtet ist, können Sie die Mauern eines zur Befestigungsanlage gehörenden Wehrturms in Augenschein nehmen.

    Ihre Lemberg Stadtführung endet im ruhigen Innenhof der orthodoxen Maria Entschlafenskirche, einem wunderschönen Renaissancebau. Dann kehren Sie über den Marktplatz in Ihr Hotel zurück und haben den restlichen Tag frei. (F)

    3.Tag: Nach Podolien. Kleinodien Ostgaliziens

    Am Morgen fahren Sie gemeinsam mit unserem deutschsprachigen Reiseführer durch Ostgalizien nach Podolien, in das Städtchen Kamjanez Podilskyj. Das ist eine schöne Strecke, da es unterwegs viele interessante und sehenswerte Objekte gibt, von denen Sie einige besuchen werden. Je nach Ihrer persönlicher Interessenlage geben wir Ihnen zwei Routen zur Auswahl:

    Variante 1:
    Solotschiw ist ein klassisches galizisches Städtchen mit Elementen mittelalterlichen Architektur. Hier befindet sich das einstige Wehrschloß aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts im pittoresken Renaissancestil und ein chinesischer Pavillon, die Jakub Sobieski, der Vater des gleichnamigen polnischen Königs Jan Sobieski, errichten ließ und mit mächtigen Bastionen umgab.

    Das im 15. Jahrhundert gegründete Dorf Ozerna, das in der Nähe von der Gebietshauptstadt Ternopil liegt und von zahlreichen Teichen und Karstseen umgeben ist, stellt einen schönen Ort für eine Kaffeepause bzw. Mittagessen dar.

    Im Dorf Krywtsche erwartet Sie eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Podoliens. Im Zentrum der Karstregion, wo der Fluss Zyhanka den Eingang in mehrere Höhlenlabyrinthen öffnete, besuchen Sie das wichtigste Labyrinth - die Höhle „Kryschtalewa“ (dt. „die Kristallene“) - eine einzigartige, faszinierende Welt aus Gipskristallen und anderen Mineralien, die zu pittoresken, teils märchenhaften Formationen erstarrt sind. Die unterirdische Ruhe und Kühle, die hier herrschen, geben eine gute Möglichkeit, sich nach einer langen Reise auszuruhen. Die untersuchte Gesamtlänge der Höhle beträgt 23 km, die touristische Route hat jedoch nur eine Länge von 2,5 km und dauert ca. eineinhalb Stunden. Die durchschnittliche Gehbreite – 2 m, die durchschnittliche Höhe – 2,7 m. Die Höhle ist trocken, beleuchtet und für jedes Alter zugänglich. Die Temperatur ist das ganze Jahr stabil – ca. +11 °C. ...

    Variante 2:
    Sie besuchen das heute verschwundene Örtchen (einst eine Stadt, dann ein Dorf) Tscherwonohrod, das 1434 zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde und 1448 das Magdeburger Stadtrecht erhielt. Heute findet man dort die Ruinen des Schlosses Tscherwonohrod (Rotenburg) aus dem 19. Jahrhundert, das auf den Ruinen einer noch älteren Anlage aus dem 13. Jahrhundert errichtet wurde. Das Schloss wurde zu sowjetischen Zeiten zerstört. Außerdem ist hier der sehenswerte höchste Wasserfall in der Ukraine – Wasserfall Tscherwonohrod.

    Das Dorf Monastyrok, das am Ufer des Flusses Seret liegt, beherbergt eine der wichtigsten alten Kultstätten von Podolien. Es befindet sich hier ein Höhlentempel, der seit über 1000 Jahren von Einheimischen genutzt wird und den die Christen von ihren heidnischen Vorfahren übernommen haben. Vom „Dach“ des Tempels hat man einen einzigartigen Blick auf den Fluss Seret und die malerische Landschaft des Flußtals. ...

    ... Skala-Podilska, ein kleines, aber alte Städtchen mit ca. 2.500 Einwohnern, wurde 1394 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und erhielt 1443 das Magdeburger Stadtrecht. Im Laufe der Geschichte gehörte die Stadt zu verschiedenen Staaten (Polen-Litauen, Österreich, Polnische Republik, Sowjetunion, Ukraine). Besonders sehenswert sind hier die Ruinen der Burg aus dem 14. Jahrhundert. Die Burg wurde am Ufer des Flusses Sbrutsch gebaut, so dass sie von drei Seiten vom Wasser geschützt und nur von einer Seite zugänglich ist.

    Am frühen Abend erreichen Sie Kamjanez Podilskyj. Unser Reiseführer begleitet Sie ins Hotel und hilft Ihnen beim Bezug Ihres Zimmers. Anschließend können Sie gemeinsam einen kurzen Orientierungsspaziergang durch die Stadt unternehmen. (F)

    4.Tag: Kamjanetz Podilskij. Surschyntsy und die Eulenschlucht

    Heute entdecken Sie die kulturellen und natürlichen Schätze des Nationalparks „Podolische Towtren“ (Kalksteinhügel). Zuerst besichtigen Sie gemeinsam mit unserem deutschsprachigen Reiseführer die militärischen Befestigungen der Stadt Kamjanetz Podilskij, die hauptsächlich von der Natur geschaffen und von den damaligen Bauherren genutzt und ergänzt wurden. Die Festung und das architektonische Ensemble des Städtchens spiegeln das mittelalterliche Erbe Podoliens wider und gehören heute zum Unesco Weltkulturerbe.

    Dann fahren Sie gemeinsam mit unserem deutschsprachigen Reiseführer und einem einheimischen Paläontologen ins nahegelegene Dorf Surschinzi und nehmen dort an paläontologischen Feldforschungen teil, die auch für Nicht- Wissenschaftler verständlich und anschaulich vermittelt werden. Dabei gehen Sie auf eine Zeitreise tief in die Vergangenheit Podoliens.

    Zwei kleine "Zwillingsflüsse" – Ternawa und Studeniza haben sich hier in den podolischen Kalkstein gefressen. Diese Flüsse schufen tiefe Schluchten, an deren Hängen ausgedehnte, heute geschützte Wälder empor ragen. Die Kombination von hügeligen Reliefs, natürlicher Vegetation und wild rauschenden Flüssen versetzt den Betrachter in eine märchenhafte, unberührte Gebirgslandschaft, die kontrastreich von platten Feldern und Wiesen umgeben sind.

    Durch die Surschyntsy- Schlucht windet sich die Ternawa in unzähligen Kurven und teilt sich in viele kleine Flussarme auf. Hier, am Grund der Schlucht, lagern jahrmillionenalte geologische Gesteinsschichten, in denen Sie mit dem Paläontologen nach Spuren früheren, längst vergangenen Lebens suchen - zum Beispiel Kopffüßer, Armfüßer und Trilobiten aus dem Silur. Mit etwas Glück entdecken Sie interessante Einschlüsse im Gestein oder Versteinerungen weiterer Tiere oder Pflanzen. Am nächsten Morgen werden Sie die Möglichkeit haben, Ihre Funde im Labor zu präparieren.

    Am Nachmittag besuchen Sie die "Eulenschlucht", ein Naturschutzgebiet am Flüßchen Studeniza. Die Eulenschlucht bildet den Lebensraum für verschiedene Vertreter der Tierwelt. Unter der Leitung eines erfahrenen Führers erkunden Sie die Tier- und Pflanzenwelt der Eulenschlucht und beobachten wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Zu den faunischen Highlights gehören der Waldkauz (Strix aluco), die Waldohreule (Asio otus), der Uhu (Bubo bubo), weiterhin Mäusebussard (Buteo buteo), Bienenfresser (Merops apiaster), Eisvogel (Alcedo atthis), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Wiedehopf (Upupa epops), Wachtelkönig (Crex crex). Entomologen können hier besonders den bei uns vom Aussterben bedrohte Hirschkäfer (Lucanus cervus), den Schwalbenschwanz (Papilio machaon), den Segelfalter (Iphiclides podalirius) und den Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) beobachten.

    Gegen Abend kehren Sie nach Kamjanez-Podilskyj zurück und haben Freizeit. Übernachtung in Kamjanez-Podilskyj. (F)

    5.Tag: Fossilien. Malerisches Podolien rund um Nihyn

    Am Morgen fahren Sie gemeinsam mit dem deutschsprachigen Reiseführer ins paläontologische Labor der Nationalen Universität in Kamjanetz Podilskij, wo Sie nicht nur ausgestellte Fossilien bewundern können, sondern auch mit speziellen Werkzeugen und unter Anleitung eines erfahrenen Wissenschaftlers die selbst gefundenen Fossilien präparieren. Die Restaurierung der Funde und Anfertigung eines Präparates (z.B. eines Magneten) dauert ca. zwei Stunden.

    Am Nachmittag besuchen Sie gemeinsam mit unserem Reiseführer und dem einheimischen Paläontologen ein Miniaturbergland pittoresker Kalkfelsen. Sie unternehmen eine Wanderung auf der Hügelkette eines ehemaligen Korallenriffs, welche die Waldlandschaft auf der Nordseite von der Steppe auf der Südseite trennt. Auf der Wanderung enfaltet sich der Blick auf einige der schönsten und typischsten Landschaften Podoliens.

    Am Ufer des nahen Flusses Smotrytsch besuchen Sie eine kleine Höhle, die durch tektonische Risse im Silur- Kalkstein entstand, welche ausgewaschen wurden, und um die sich zahlreiche Geschichten und Legenden ranken. In ihr sollen sich im 13. Jahrhundert die Bewohner der umliegenden Dörfer (ca. 100 Frauen und Kinder) während der Tatarenangriffe versteckt haben und dort von diesen mit Rauch vergiftet und so getötet worden sein. Außerdem wurden hier bei Ausgrabungen in der Höhle menschliche Überreste aus anderen historischen Epochen, darunter von Neandertalern gefunden.

    Gleich nebenan befindet sich eines der wichtigsten geschützten Steppengebiete des Nationalparks – die "Werbizker Towtren", im Volksmund auch „Vier Ritter“ genannt: Es gibt eine Legende über vier junge Männer, die sich in diesen Bergen verirrten und nie wieder herausfanden. Eine andere Legende erzählt die Geschichte des einheimischen Robin Hood - Karmaljuk, der auf einem dieser Berge seinen Schatz versteckt hat. Der Berg erhielt den Namen dieses Helden und heißt heute "Karmaljukowa".

    Nach einem eindrucksreichen Wandertag kehren Sie in Ihre Unterkunft zurück. Übernachtung in Kamjanez-Podilskyj. (F)

    6.Tag: In den Canyons der podolischen Towtren

    Heute steht ein Bootsausflug auf Katamaranen auf Ihrem Plan. Sie fahren gemeinsam mit dem Reiseführer ins Dorf Wrubliwci, den Ausgangspunkt für Ihre zweistündige Paddeltour. Sie tauchen in die Romantik des schroffen Flußtals der Ternawa ein und bestaunen epische Landschaften – Zeugen der natürlichen Entwicklung Podoliens. Dazu bietet die Landschaft Einblick in die dramatischen historischen Ereignisse der Region. Über dem Tal ragt der Härtling "Schafschloss", ein silurischer Kalksteinfelsen, der pittoresk vom Wind erodiert wurde. An nebeligen Tagen kann man ihn nicht von der zerstörten Festung unterscheiden. Zum malerischen Panorama der Bootstour gehören steile Klippen und die überfluteten Dörfern Marjaniwka und Kytajhorod, die nur kaum erkennbar sind. Sie bilden bei näherer Betrachtung den Rahmen für eine post-apokalyptischen Kulisse.

    Am Fuß des natürlichen Aufschlusses von Kitaigorod findet sich eine geologische Forschungsstätte. Sie erleben, wie bis in das vergangene Jahrhundert hinein im Fluß nach Mineralien, Erzen und Metallen wie z.B. Gold geforscht wurde. Beim Mittagessen in der Schlucht genießen Sie nicht nur die traditionellen Spezialitäten der ukrainischen Lagerfeuerküche (z.B. Fischsuppe oder der Maisbrei Mamaliga), sondern dürfen bei der Zubereitung tatkräftig mithelfen.

    Nach einer kurzen Mittagspause unternehmen Sie eine Reise in die Vergangenheit des Planeten, die in den Seiten der steingewordenen Chronik aufgezeichnet ist. Hier kann man deutliche Spuren historischer Ereignisse der letzten 540 Millionen Jahre bis in die Gegenwart erkennen. Auf einem Fußmarsch von kaum 2 km tauchen Sie durch die unterschiedlichen Gebirgsschichten der verschiedenen geologischen Zeiträume mental zum Meer der Kambrium-, Silur-, Kreide- oder Neogenese- Zeit.

    Ein letzter Blick vom Gipfel der Kreidefelsen auf den Fjord des Flusses Ternava ist der logische Abschluss dieses Besichtigungstages. Dann kehren Sie zurück. Am Abend haben Sie Freizeit. Übernachtung in Kamjanez-Podilskyj. (F,M)

    7.Tag: Von Podolien in die Bukowina

    Nach dem Frühstück holt Ihr deutschsprachiger Reiseführer Sie im Hotel ab, Sie verlassen Podolien und fahren gemeinsam in die Bukowina nach Czernowitz. Auf dem Weg dorthin besuchen Sie zwei historische Orte - Schwanez und Chotyn.

    Heute ist Schwanez ein Dorf mit ca. 1.500 Einwohnern. Der in 1431 gegründete Ort wurde landesweit bekannt durch die hier im Jahre 1653 stattgefundene Belagerung von Schwanez – die letzte militärische Auseinandersetzung des Aufstandes von Bohdan Chmelnizkyj. Auf der einen Seite standen die Truppen der Saporoger Kosaken und der Krimtataren, ihnen gegenüber die polnisch-litauischen Truppen, unter ihnen auch deutsche Elite-Söldner. Die Ruinen der Festung von Schwanec spiegeln die Hoffnungslosigkeit der Situation der königlichen Truppen und mit ihnen die der deutschen Kürassiere, die einige Monate lang von kosakisch- tatarischen Truppen belagert wurden, wider.

    Die Festung Chotyn (Khotyn), die zum Schutz gegen die Angriffe der Tataren im 16. Jahrhundert errichtet wurde, war die stärkste Befestigung Osteuropas des späten Mittelalters. Sie galt als Grenzfestung zwischen der christlichen und der muslimischen Zivilisation. Hier fanden mehrere große Schlachten statt, darunter zwei „Chotyn-Kriege“ (von 1621 und 1672), die die Expansion des Osmanischen Reiches nach Europa verhinderten. In der Festung gibt es interessante feste und wechselnde Ausstellungen.

    In der Stadt Chotyn gibt es mehrere Restaurants und Cafes, wo man zu Mittag essen kann. Nach der kurzen Mittagspause fahren Sie weiter und kommen am späten Nachmittag in Czernowitz an und beziehen Ihre Unterkunft im Stadtzentrum. Freizeit und Übernachtung in Czernowitz. (F)

    8.Tag: Czernowitz

    Zur Czernowitz Stadtführung holt Sie unser deutschsprachiger Reiseführer nach dem Frühstück im Hotel ab und spaziert mit Ihnen gemütlich los. Das erste Ziel auf Ihrer Route ist der Ringplatz mit dem Czernowitzer Rathaus, dem Kunstmuseum und den ehemaligen Hotels Belle Vue, Unter Drei Kronen, Paris, Schwarzer Adler, Weiss und Hutzul. In der unteren Hälfte des Ringplatzes ragt das pompös das Taras- Schewtschenko- Denkmal auf und erinnert an die vielfältige Literaturszene der bukowinischen Hauptstadt.

    Von dort aus promenieren Sie auf den ausgedehnten Theaterplatz, in dessen Mitte das musikalisch-dramatische Theater thront, welches nach einer weiteren prominenten ukrainischen Schriftstellerin - Olha Kobyljanska - benannt wurde. Das ehemalige Jüdische Nationalhaus mit seinem Museum für jüdische Geschichte und Kultur, der ehemalige rumänische Kulturpalast, die Erste Schule, sowie die einstige Handels- und Gewerbekammer bilden gemeinsam mit zahlreichen weiteren Gebäuden aus der k.u.k.- Blüteperiode den Rahmen des Theaterplatzes. Vor dem Theater wurde Olha Kobyljanska ein Denkmal gesetzt.

    Hinter dem Prachtbau, in dem heute die medizinische Universität eingerichtet ist, entdecken Sie den ehemaligen k.u.k.- Justizpalast, in dem heute die Gebietsverwaltung von Czernowitz residiert. Ihr Weg führt Sie über die Stefan- Bandera- Straße, die nach einer widersprüchlichsten Figuren seiner Zeit benannt ist, bevor Sie die ehemalige Hauptsynagoge für die reformierten Juden in Czernowitz und das nahegelegene Mihai- Eminescu- Denkmal anschauen. Von hier aus unternehmen Sie einen Abstecher und besichtigen den prächtigen Ziegelbau der einstigen Residenz des orthodoxen Metropoliten der Bukowina und Dalmatiens, heute die staatliche Jurij- Fedkowytsch- Universität und die benachbarte Dreieinigkeits- Kathedrale.

    Auf dem Philharmonieplatz befindet sich der ehemalige Saal des Musikvereins, nicht weit davon entfernt ragt die griechisch- orthodoxe Paraskewa Kirche auf, die 1862 geweiht wurde. Durch die alte Pfarrgasse gelangen Sie auf einen heute namenlosen Platz, der früher als Schiffplatz bekannt war und an dem sich bis heute das Wirtshaus "Zum Goldenen Schiff" befindet. Am selben Platz befindet sich auch die römisch-katholische Kreuzerhöhungskirche von 1814 mit einer Sonnenuhr, die bis heute die Wiener Uhrzeit anzeigt. Schräg gegenüber befindet sich das wohl älteste Gebäude Czernowitz’ - das Haus der Generäle von 1780.

    Dahinter beginnt das einstige jüdische Viertel, hier war im 2. Weltkrieg das Ghetto eingerichtet. Heute gibt es hier wieder eine jüdische Schule, in der benachbarten Türkengasse besuchen Sie den türkischen Brunnen, die türkische Brücke und die türkischen Bäder.

    Am Geburtshaus von Rose Ausländer erinnert heute eine Plakette an die bekannte Lyrikerin. Dann spazieren Sie über die Ruska Strasse vorbei an zahlreichen Kirchen, darunter die prittoreske orthodoxe Nikolaikirche und die neu errichtete Mikolajewer Holzkirche (auch eine Nikolaikirche).

    Auf einem weiteren Abstecher, vorbei an der Neuen Hauptsynagoge, besuchen Sie den faszinierenden jüdischen Friedhof von Czernowitz, eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Stadt, auf dem unzählige wunderschöne Grabsteine von der Geschichte der jüdischen Kulturblüte in der Bukowina berichten. In der Armenischen Kirche befindet sich heute der Orgelsaal von Czernowitz, auf der Herrengasse (heute Kobyljanska Straße) stehen das Deutsche Haus, das Polnische Haus und das Paul Celan Literatur Zentrum. Zahlreiche Cafés und Restaurants laden auf dieser Fussgängerzone zu einer Verschnaufpause ein.

    Gestärkt und erholt spazieren Sie dann zur imposanten griechisch-orthodoxen Heiliggeist- Kathedrale von 1864. Über den Kathedralplatz (einst Austria Platz, später sowjetische Platz) geht die Czernowitz Stadtführung zur römisch-katholische Herz- Jesu- Kirche. Von hier aus sind es nur noch wenige Schritte bis zum Denkmal für den bekanntesten Czernowitzer Schriftsteller Paul Celan. Dort endet Ihre Stadtführung durch Czernowitz und wir bringen Sie zurück in Ihr Hotel, wo Sie sich für den restlichen Tag erholen können. (F)

    9.Tag: Abreise

    Ihre Rundreise nähert sich ihrem Ende. Von Czernowitz bringt Sie unser Fahrer zum Lemberger Flughafen, wo Sie in die Linienmaschine nach Hause einsteigen.

    Je nach Abflugzeit können wir auf dem Weg nach Lemberg kurze Besichtigungen in Kolomija, Iwano Frankiwsk oder Halytsch einplanen.

    Ein weiteres interessantes (optionales) Besichtigungsziel auf dem Weg nach Lemberg ist Univ.

    Uniw, ein Dorf mit knapp 500 Einwohnern, ist ein wichtiges Kloster- und Druckzentrum. Hier befindet sich das Mariä-Entschlafens- Kloster der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, welches im 14. Jahrhundert gegründet wurde und einst das wichtigste Kloster Galiziens war. Im 17. Jahrhundert wurde im Kloster eine Druckerei gegründet, in der viele, für die Entwicklung der ukrainischen Kultur wichtige Bücher herausgegeben wurden.
    podolien, rundreise
    nach oben