Belz. Eines der letzten erhaltenen Schtetl in Galizien

Städte und Regionen der Ukraine


In seiner Blütezeit war Belz viel größer als die heute nahegelegene Industriestadt Tschervonohrad (Chervonograd, hist. Krystynopol, Kristinopol).

In Belz kann man bis heute die typische Ortsstuktur eines galizischen Schtetls erforschen, wo bis in das 20. Jahrhundert über die Hälfte der Einwohner Juden waren. Belz ist zwar eines der kleinsten, aber auch eines der ältesten Städtchen Galiziens.

 

Juden erschienen hier nach einigen Zeugnissen schon im 10. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert blühte das jüdische Leben in Belz. Rabbiner von Belz war zu dieser Zeit Joel Serkes (Yoel Sirkis, genannt Bach - Bajit Chadasch), der später als Rabbi von Krakau in die Geschichte einging.

Mit der Entwicklung des Chassidismus entsteht hier ein separater Zweig dieser Strömung – der sogenannte Belzer Chassidismus. Dessen Gründer war Schalom Rokeach (Sar Schalom). Sein Sohn, Jehoschua Rokeach und Enkel Yissachar Dov Rokeach erreichten eine unglaubliche Entwicklung der Stadt. So wurde Belz zum Zentrum des Chassidismus in Galizien. Der vierte Zadik, Rebbe Aharon Rokeach konnte im Zweiten Weltkrieg vor dem Holocaust nach Israel fliehen und errichtete dort die Dynastie aufs Neue.

Beim Rundgang durch Belz sieht man nicht nur den Friedhof mit den Gräbern der ersten drei Zaddiks, sondern auch die Spuren des Shtetls mit typischen jüdischen Wohn- und Geschäftshäusern. Interessant ist auch, das Stadtzentrum zu sehen, welches heute als historisch- kulturelles Gesamtensemble renoviert wird.

Am besten hat Belz Benzion Witler in seinem Lied "Mayn Shtetele Belz" besungen, das auf vielen Sprachen in vielen Ländern bekannt ist.
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