Der Gauja Nationalpark

Sehenswerte Orte, vielseitiger Urlaub im Herzen Lettlands


Der Nationalpark Gauja ist ohne Zweifel einer der schönsten Orte in Lettland. Auf über 90.000 ha bietet der 1973 gegründete Nationalpark malerische Landschaften, die berühmten Sandsteinfreilegungen, versteckte Quellen sowie reichhaltige Flora und Fauna. Aktivurlauber, Naturliebhaber und Familien mit Kindern können in dem Park rund um den Fluss Gauja zahlreiche natürliche sowie von Menschenhand angelegte Sehenswürdigkeiten entdecken. 

Das Tal der Gauja wurde schon im 19. Jahrhundert von deutschen Reisenden die Livländische Schweiz genannt. Rund um das schmucke Städtchen Sigulda (Segewold) erreicht das Bett der Gauja seinen tiefsten Einschnitt in die umliegenden Felsen.

Den schönsten Blick über den Nationalpark hat man von der Seilbahn, die sich von Sigulda nach Krimulda spannt, der einzigen im Baltikum. Aus der Kabine geht der Blick weit über die malerische Landschaft und reicht von der Burgruine Sigulda über das Schloss in Krimulda bis hin zur restaurierten Burg Turaida (Treiden).

Die Gauja selbst ist ein Quell des Lebens und der Erholung. An ihren Ufern kann man in einem der kleinen familiären Hotels und Campingplätze wohnen und ausspannen, in der Gauja baden, angeln oder das Leben im Fluß auf einer entspannten Paddeltour entdecken.

Es gibt zahlreiche markierte Wanderwege und Fahrradpisten, die zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten führen und dem Reisenden die Schönheit der atemberaubenden Landschaft erschließen.

Unberührte Natur, historische Bauten

Der Gauja, der namensgebende Fluss im Nationalpark, ist eine der vielen sehenswerten Orte des Parks. Der Fluss hat im Laufe der Zeit das Gaujatal geschaffen, das an manchen Stellen bis zu 2,5 km breit ist. Charakteristisch für die Ufer der Gauja sind die unzähligen Sandsteinfelsen, die aus der Devonzeit stammen und in roten, braunen und grauen Farbtönen vorkommen. An den Ufern befinden sich zahlreiche kleine Grotten und Höhlen. Eine Reise mit dem Kanu ist eine der Möglichkeiten, die -- teils von uralten Sagen umgebenen -- Orte zu entdecken.

Die größte Grotte im Nationalpark ist die Gutmannshöhle. Sie liegt in der Nähe der Stadt Sigulda. Ihr Alter wird auf rund 10.000 Jahre geschätzt. Die Sandsteinhöhle gilt seit Jahrhunderten als magischer Pilgerort, beherbergt einige Inschriften, die Auskunft über ihre frühere Nutzung geben und zum Teil bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. In der Höhle erfrischt eine Mineralquelle den Durst des erschöpften Speleologen und der Volksmund weiß: Wer aus ihr trinkt, dem ist ewige Jugend gewiss!

Eine weitere bekannte Höhle ist die Teufelshöhle. Sie entstand durch Flusserosionen. Sie gilt als heidnische Kultushöhle und steht heute unter staatlichem Denkmalschutz.

Burgen, Schlösser, Ruinen und Geheimnisse

Etwa 500 kulturhistorische Sehenswürdigkeiten bietet der Nationalpark Gauja. Die meisten von ihnen sind rund um die Städte Cesis und Sigulda angesiedelt. Die Orte wurden im Mittelalter von livischen Stämmen bewohnt, die den Gauja als Handelsweg nutzten.

Es waren deutsche Eroberer, die im 13. Jahrhundert mit dem Bau von Steinburgen in der Umgebung der beiden Orte begannen. Die meisten der Bauten sind heute rund um Sigulda zu bewundern -- darunter die Ruinen der Domkapitelsburg und die Bischofsburg Turaida.

In Cesis liegt die große Hauptburg des Livländischen Ordens, die von einer turbulenten und konfliktreichen Zeit zeugt. Zudem beherbergt Cesis eine einmalige Altstadt, die von Handwerk und Tradition geprägt ist. 

In der Nähe von Cesis befindet sich das rekonstruierte Pfahldorf Araisi. Es zeichnet das Leben der Lettgaler aus der Zeit des 9. bis 12. Jahrhunderts nach und basiert auf den Erkenntnissen von Ausgrabungen am Araisi-See. Der vollständig restaurierte Orellenhof - ein barockes Herrenhaus im 18. Jahrhundert - ist eine weitere Sehenswürdigkeit.

Tief im Wald des Nationalparks wurde in der Sowjetzeit das Rehabilitationszentrum Ligatne gebaut. Erst vor einigen Jahren lüftete es sein Geheimnis: Unter dem Zentrum befindet sich ein Atomschutzbunker. Der Originalzustand ist erhalten geblieben und der Bunker kann heute von Touristen besichtigt werden.

Als Ausgangspunkt für Touren und Urlaube im Gauja- Nationalpark bietet sich die etwa 10.000 Einwohner große Stadt Sigulda (zu deutsch: Segewold) an. Die Stadt betreibt auch ein Besucherzentrum des Parks, das regelmäßig wechselnde Ausstellungen über die Tiere und Pflanzen des Nationalparks organisiert.

Die Aktivitäten im Gauja-Nationalpark

Für Wanderungen, Kanu-, Boots- und Radtouren ist der Nationalpark ideal. Er bietet zahlreiche beschilderte Wege für Touren mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Der Park weist zudem mehrere Stellen aus, an denen Urlauber zelten können. 

Im Winter öffnen in Sigulda einige Skipisten. Langlaufloipen gibt es sowohl in Sigulda als auch im Biathlon-Zentrum von Priekuli. Wer Flora und Fauna der Region studieren möchte, findet mit dem Natur- und Wildpark von Ligatne eine lohnenswerte Anlaufstelle. Mehrere Besucherzentren im Gauja-Nationalpark informieren ausführlich über die Sehenswürdigkeiten, erzählen historische Anekdoten und bieten Unterstützung bei der Tourenplanung.

Die Einheimischen bezeichnen den Gauja-Nationalpark gerne als Lettische Schweiz. In der Tat bieten der Nationalpark und die Umgebung der Gauja einen der sehenswertesten Landstriche Europas. Der Park ist eine Reise wert - mindestens.
gauja, nationalpark, cesis
nach oben