Berat

Reise ins Herzland Albaniens


Als eine der ältesten und schönsten Städte Albaniens ist Berat ein lebendiges Zeugnis der bewegten Geschichte des Landes. Als offizielle Museumsstadt ist die "Stadt der tausend Fenster" ein faszinierendes Reiseziel mit unzähligen Sehenswürdigkeiten, einer einzigartigen Atmosphäre und gastfreundlichen Menschen.

Eine Reise nach Berat entführt Sie in längst vergangene Zeiten - erkunden Sie die albanische Kultur und gewinnen Sie einen unvergesslichen Einblick in die bewegte Geschichte der Stadt.

Kulturelles Zentrum mit bewegter Geschichte

Archäologen konnten nachweisen, dass hier bereits um das Jahr 2.600 v. Chr. Menschen lebten. Der illyrische Stamm der Dassareten siedelte sich im 4. Jahrhundert v. Chr. auf dem Burgberg an und übernahm die Kontrolle des Flusses. Ende des gleichen Jahrhunderts eroberte der König von Makedonien das Gebiet.

Es wird vermutet, dass es sich bei diesem König um Kassander handelte, dem Sohn von Antipatros, der als Stammvater der Dynastie der Antipatriden gilt. Auf seinen Befehl siedelten sich zahlreiche Griechen in der Stadt an, die nun zu Ehren seines Vaters den Namen Antipatreia trug.

Im Zuge der Römisch-Illyrischen Kriege eroberten die Römer das Gebiet der Illyrer und nutzten die Stadt als wichtigen Handelspunkt. Der römische Geschichtsschreiber Titus Livius erwähnte die Stadt in seinen Schriften und nannte den illyrischen Namen Bargul (weiße Stadt).

Die Römer gaben dem heutigen Berat den Namen Albanorum Oppidum (Albanische Festung). Im 5. Jahrhundert entwickelte sich der Name Pulheriopolis, der übersetzt etwa "schöne und wohlhabende Stadt" bedeutet und sich später zu Pulheria änderte.

Sehenswerte Stadt mit bewegter Geschichte

Im 9. Jahrhundert kam es zu einer Machtübernahme durch die Bulgaren. Die zweite Invasion der Bulgarien endete im Jahr 1018 und Berat gelangte unter die Herrschaft des Byzantinischen Reiches. In dieser Zeit trug die Stadt den Namen Belagradon (weiße Stadt), spätere Dokumente aus dem 13. Jahrhundert nennen sie Belgrad und Bellagradi.

Dem albanischen Fürst Andrea I. Muzaka gelang die Errichtung einer überwiegend unabhängigen Territorialherrschaft und sein Sohn Andrea II. Muzaka erhob Berat zur Hauptstadt des Fürstentums. Unter Leitung des Heerführers Kersak eroberten 1345 serbische Truppen die Stadt, die nach einem Dokument aus dem Jahr 1345 nun den Stadtname Beligradi trug. 1417 eroberten osmanische Truppen die Region und bestimmten für viele Jahrhunderte das Schicksal von Berat.

Unter osmanischer Herrschaft wurde der Ort zu einem wichtigen Handelszentrum. Zur Herkunft des heutigen Stadtnamens gibt es unterschiedliche Versionen. Eine These besagt, dass sich der Name Berat (albanisch: Berati) im Laufe der Zeit aus der Bezeichnung Belgrad entwickelt hat. Eine weitere Möglichkeit ist die Ableitung des Namens vom türkischen Wort Berat (übersetzt: Dekret). Konkret soll es von einem Dekret des Sultans Mehmet Fatiu II. abgeleitet worden sein, in dem den Bürgern das Verlassen der Stadt untersagt worden war. 

Berat war im Laufe der Jahrhunderte auch Wohnort von historischen Persönlichkeiten. Dazu zählen beispielsweise die Heilige Angelina Srpska, der Ikonenmaler Onufri sowie sein Sohn Nikolla und der ehemalige Ministerpräsident Albaniens Iliaz Vrioni.

Entdeckungsreise zu Berats Festung

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Berat ist die imposante Festungsanlage Kalaja, die auch das Wappen der Stadt ziert. Steinerne Zeugnisse der unterschiedlichen Bauphasen zeugen von der illyrischen über die römische bis zur osmanischen Herrschaft. Die gesamte Fläche der Festungsanlage umfasst etwa 9,6 ha. Viele Gebäude entstanden im 17. und 18. Jahrhundert und sind noch immer bewohnt. Das gesamte Erscheinungsbild der Stadt wird bis in die heutige Zeit überwiegend durch den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 1851 geprägt.

Sehenswert ist insbesondere die Kirche der Heiligen Maria von Blachernae aus dem 13. Jahrhundert, in der eindrucksvolle Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert besichtigt werden können. Weitere Sehenswürdigkeiten innerhalb der Festungsanlage sind auch die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, die historische Zisterne sowie die Ruinen der Weißen Moschee, der Roten Moschee und der Kaserne.

Besonders empfehlenswert ist ein Besuch des ehemaligen Klosters Shen Merise, in dem das Onufri-Museum untergebracht ist. Es ist dem gleichnamigen Ikonenmaler aus dem 16. Jahrhundert gewidmet und zeigt neben Originalwerken des Künstlers weitere Ausstellungsstücke aus unterschiedlichen Epochen.

Von Kalaja nach Mangalem & Gorica

Im Jahr 2008 gehört Berat zum UNESCO-Welterbe und neben der Festungsanlage Kalaja genießen seither auch die Ortsteile Mangalem und Gorica einen besonderen Schutzstatus. Die Errichtung von Neubauten ist streng verboten, damit das historisch bedeutende Stadtbild erhalten bleibt. Mangalem ist traditionell das muslimische Viertel von Berat und gilt als Kleinod der osmanischen Architektur.

Die charakteristische Bauweise der Häuser ist maßgeblich verantwortlich für den Beinamen "Stadt der tausend Fenster". Hier gibt es die drei historischen Moscheen Xhamia e Mbretit (Sultans-Moschee), Xhamia e Plumbit (Blei-Moschee) und Xhamia e Beqarëvet (Junggesellen-Moschee). Letztere wurde im 19. Jahrhundert errichtet und die Sultans-Moschee sowie die Blei-Moschee stammen beide aus dem 16. Jahrhundert. Ebenfalls sehenswert sind die Ruinen einer Karawanserei und die Tekke der Derwische mit der geschnitzten Holzdecke.

Im Herzen von Berat finden Sie ein eindrucksvolles Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Dieses schöne Zeugnis osmanischer Architektur beherbergt inzwischen das Ethnografische Museum, in dem zahlreiche Gegenstände, Kuriositäten und Einrichtungsgegenstände aus vergangenen Jahrhunderten ausgestellt werden.

Über eine Brücke aus osmanischer Zeit gelangen Sie in das ehemals christliche Stadtviertel Gorica auf der anderen Flussseite. Sie wurde im Jahr 1780 errichtet und besitzt sieben Bögen. Um die Brücke rankt sich die Legende, dass ein junges Mädchen lebendig in ein Loch im inneren Bereich des ersten Bogenganges gesteckt worden war. Dieses Loch soll anschließend mit einem schweren Eisendeckel verschlossen worden sein. Dieses grausame Ritual soll der Legende nach zur Besänftigung der bösen Geister gedient haben, die über den Brückenbau sehr erbost gewesen sein sollen. In einem weiteren Bogengang wurde bei Restaurierungsarbeiten die Holzskulptur eines Frauenkopfes entdeckt.

Reise ins Herz Albaniens

Das Bergmassiv Tomorr gehört zu den höchsten Erhebungen in Albanien und ist Teil des gleichnamigen Nationalparks. Nach einer Legende kämpften hier die Riesen Tomorr und Shpirag um die Liebe einer Frau. Beide Kontrahenten starben und wurden zu Stein, während aus den Tränen der Frau der Fluss Osum entstand.

Ideales Ziel für einen erholsamen Tagesausflug in die malerische Naturlandschaft ist der Wasserfall in Bogova. Etwas länger dauert die Fahrt nach Tirana, denn die albanische Hauptstadt liegt etwas 2 Autostunden von Berat entfernt. Entdecken Sie die einzigartige Schönheit von Berat und nutzen Sie Ihre Reise in diese sehenswerte Stadt zu unvergesslichen Ausflügen.

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