Dnipropetrowsk

Industrielles Herz am Dnjepr. Ehemalige Raketenstadt als Oase der Kultur und Erholung


Die noch junge Stadt Dnipro, erst im letzten Jahr umbenannt und zuvor als Dnipropetrovsk bekannt, lädt Touristen mit ihrem malerischen Stil und ihren freundlichen Bewohnern geradezu ein. Die pittoreske Lage am Fluss Dnjepr und die natürliche Umgebung der Stadt prägen den Landstrich und sorgen für viel Freude bei Besuchern und Touristen gleichermaßen. Wer Dnipro besucht, kann tiefe Einblick in das Leben und die Gastfreundschaft der ukrainischen Bevölkerung genießen.

Die Geschichte von Dnipro

Die Stadt kann auf eine relativ junge, aber dennoch bewegte Stadtgeschichte zurückgreifen. Gegründet wurde die malerische Stadt erst im Jahr 1776 als Jekaterinoslaw. Doch im Gebiet der neu entstandenen Stadt fanden sich noch Kriegsfestungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, welche direkt in die neue Stadt integriert wurden. Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt zu einem Zentrum der Industrialisierung der Region. Ihren Namen behielt die Stadt bis zum Jahr 1926, auch wenn Sie zuvor in den geschichtlichen Ereignissen der Revolutionsjahre von verschiedenen Herrschern kontrolliert wurde. Im Jahr 1926 - bereits unter sowjetischer Herrschaft - wurde der Name der Stadt in Dnepropetrowsk/ Dnipropetrowsk geändert. Erst im Jahr 2016 entschloss sich die Verwaltung, im Zuge der Abschaffung vieler sowjetischer Namen - den Namen der Stadt erneut und letztendlich zu ändern. Seit diesem Jahr ist die Stadt als Dnipro bekannt, wird aber bis heute auch noch unter ihrem englischen Spitznamen "Rocket City" international geführt.

Dnipro: Die Raketenstadt der sowjetischen Ära

In der sowjetischen Ära kam der Stadt eine ganz eigene Bedeutung zu. Denn in Dnipro fand sich auch das Konstruktionsbüro Juschnoje, welches sich für die Entwicklung und Konstruktion der interkontinentalen Raketen der Sowjetunion verantwortlich zeigte und der einstige Fahrzeughersteller Juzhmasch, der die Pläne des Kontruktionsbüros ab den 50er Jahren realisierte und so zu einem der wichtigsten Rüstungskonzerne der Sowjetukraine wurde. Die vielen industriellen Betriebe in der Stadt und die somit optimale Anbindung und Versorgung mit den notwendigen Ressourcen erleichterten die Arbeit der Konstrukteure zusätzlich. Aufgrund der strikten Geheimhaltung und den damit verbundenen Kontrollen war Dnipro - als Entwicklungsstandort für Atomraketen - eine geschlossene Stadt, für Ausländer und Fremde also unzugänglich.

Religion in Dnipro: Jüdisches Zentrum der Ukraine

Auch wenn der größte Teil der Bewohner in der heutigen Zeit sich den orthodoxen Christentum zurechnen lassen, so war die Stadt Dnipro bis zum zweiten Weltkrieg ein großes Zentrum des Judentums in der Ukraine und verfügte über eine sehr große jüdische Bevölkerung. Trotz der Deportationen des zweiten Weltkrieges und der Umsiedlung vieler Einwohner nach Israel gehört die Stadt auch heute noch zu den bedeutendsten jüdischen Zentren in der gesamten Ukraine. Dies wird auch durch das Menorah Center verdeutlicht, welches das größte jüdische Kulturzentrum der Welt darstellt und die Golden Rosen-Synagoge umgibt.

Dnipro heute: Zentrum von Kultur und Wohlstand

Heutzutage leben annähernd eine Millionen Einwohner in der Stadt, was Dnipro zur viertgrößten Stadt der Ukraine werden lässt. Neben der noch immer sehr stark vertretenen Industrie ist vor allem die touristische Entwicklung zu einem Motor der Stadt geworden. Die malerische Gegend, die vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten und die direkte Nähe zum Fluss Dnjepr werden von der Stadt mittlerweile genutzt, um Touristen für die Schönheiten von Dnipro zu begeistern und diese zu einer Reise in die malerische Stadt einzuladen.

Kultur und Entspannung bei einer Reise nach Dnipro genießen

Die Stadt Dnipro ist rund ums Jahr eine Reise wert, auch wenn Reisen im Spätfrühling, im Frühsommer und im Frühherbst besonders empfohlen werden. Denn zu diesen Jahreszeiten stehen die Parks und Grünanlagen der Stadt in voller Blüte und bezaubern den Besucher durch ihr lebendiges und einladendes Farbenspiel. Das Klima in Dnipro ist angenehm gemäßigt und trocken während der warmen Jahreszeit und lädt mit durchschnittlichen Temperaturen von 25 Grad im Hochsommer auch empfindliche Gäste zu einer Reise ein.

An schönen Tagen durch die Hügel der Stadt zu wandern und einen der umwerfenden und weitreichenden Blicke über die Landschaft zu werfen oder bei langen Spaziergängen am Ufer des Dnjepr die vielen Seiten der Stadt und ihre liebenswürdigen und gastfreundlichen Bewohner kennenzulernen, sollte man bei keiner Reise in die Stadt verpassen. Doch neben der Natur und den vielen Parks und Grünanlagen kann die Stadt auch mit ihren Sehenswürdigkeiten und ihrem abwechslungsreichen Stadtbild überzeugen.

Die Sehenswürdigkeiten der Stadt

Aufgrund der vielen Zerstörungen des zweiten Weltkriegs und der historisch bedingten Veränderungen in der Stadt lässt sich ein direkter Altstadt-Bereich in Dnipro kaum exakt abgrenzen. Den Besucher erwarten Spuren des russischen Klassizismus, Modernismus und die oftmals unvermeidlich erscheinenden Bauwerke der stalinistischen Architektur, welche in vielen Bereichen der Stadt das Stadtbild prägen. Diese abenteuerliche und faszinierende Mischung wird immer wieder durch moderne Bauten aufgebrochen und konterkariert, da in der heutigen Zeit die Modernisierung der Stadt mit erstaunlicher Geschwindigkeit voranschreitet.

Der Hloba- Park

Der zentrale Park der Stadt - der Hloba-Park - wirkt mit seinen satten Grünflächen und dem großen Stadtsee wie ein Ort der Ruhe und Entspannung in der hektischen Großstadt. Am Rande des Sees findet sich das malerische Sommertheater. Der Park wurde nach seinem Erbauer, Lasar Hloba benannt, dem die Dniproer bis heute dankbar für diese Stadtoase sind. Wer nach Ruhe und ein wenig Erholung sucht, findet auf den schattigen Wegen des Hloba-Parks eine geruhsame Lösung. Neben dem Sommertheater und dem Prinzessinnen-Brunnen beheimatet der Hloba-Park auch ein großes Riesenrad, mit welchem Touristen und Besucher einen umfassenden Blick über das Panorama der Stadt genießen können. Fans historischer Eisenbahnen finden im Park eine alte Schmalspurbahn, die von einer TU-2 Lokomotive gezogen wird.

Die Promenade von Dnipro

Mit einer Länge von über 23 Kilometern ist die Promenade am Ufer des Dnjepr einer der längsten Uferpromenaden Europas und eine echte Sehenswürdigkeit der Stadt. Die gelungene Mischung aus moderner Architektur, kleinen Grünanlagen und den immer wieder integrierten Brunnen und Statuen lädt Einwohner und Touristen gleichermaßen zum Verweilen ein. Viele Bewohner der Stadt nutzen die Dnjeprpromenade am Morgen für die eigenen Jogging-Runden, während am Tage und am Abend die Flaniermeile von vielen Familien bevölkert und genossen wird.

Die Dreifaltigkeitskathedrale in Dnipro

Die Dreifaltigkeitskirche ist das Zentrum des christlich- orthodoxen Glaubens in der Stadt und ein beeindruckender Bau mit einer beinahe spielerischen Architektur. Die im 19. Jahrhundert erbaute Kathedrale erhebt sich weit sichtbar über die umliegenden Häuser und lädt Besucher zum Verweilen ein. Wer seine Reise mit den Sehenswürdigkeiten von Dnipro umfassend gestalten möchte, kommt an einem Besuch in der großen und beeindruckend gestalteten Dreifaltigkeitskathedrale kaum vorbei.

Das Zentrum für ukrainische Raumfahrt- und Raketentechnik

Auch in der heutigen Zeit ist Dnipro noch immer ein Zentrum der Raumfahrt- und Raketentechnik, wenn auch heute für den zivilen Einsatzbereich. Dennoch unterliegen in diesem Bereich angesiedelte Firmen und Konstruktionsbüros noch immer strengster Geheimhaltung und können von Touristen nicht besucht werden. Wer sich in Dnipro dennoch über die Erfolge der jüngeren Vergangenheit informieren möchte, kann dies im Zentrum für ukrainische Raumfahrt- und Raketentechnik machen. Hier wird den Besuchern die Geschichte der Raketenentwicklung in der Ukraine und vor allem in der damaligen geschlossenen Stadt Dnipro umfassend vor Augen geführt.

Das Menorah Center

Das Menorah Center ist das größte jüdische Kulturzentrum der Welt und besticht bereits von Außen durch seine harmonische Architektur. Der gesamte Komplex besteht aus sieben einzelnen Türmen, welche symbolisch die Architektur des antiken Tempels von Menorah nachbilden sollen. Auf mehr als 50.000 Quadratmetern wird den Besuchern und Gästen eine Fülle an Dienstleistungen und Möglichkeiten geboten, unabhängig von deren religiöser Ausrichtung. Innerhalb des Centers finden Besucher einen umfassenden Überblick über die Vergangenheit und Gegenwart und erste Ausblicke auf die Zukunft der jüdischen Kultur in der Stadt und in der Stadtgeschichte in verschiedenen, bestens dokumentierten Ausstellungen.

Die Klosterinsel (Monastyrsky) im Dnjepr

Inmitten des Dnjepr gelegen wartet die malerische Klosterinsel auf den Besucher und ist bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Ihren Namen verdankt die Insel einem Kloster der byzantinischen Mönche, welches im 8. Jahrhundert auf der Insel gegründet und bis zum 13. Jahrhundert bestanden haben soll. Heute finden sich hier ein Badestrand am Dnjepr und ein Vergnügungspark für Kinder. Neben vielen kleinen und großen Sehenswürdigkeiten dient die Insel vor allem als Ort der Ruhe und Entspannung und kann sowohl mit der Bahn als auch über eine malerische Fußgängerbrücke schnell erreicht werden.

Das Dnipro Jazzfestival

Einmal pro Jahr - zumeist im Spätsommer - findet seit kurzem das offizielle Jazzfestival der Stadt Dnipro statt. Sowohl Jazz-Künstler aus der Ukraine als auch aus allen umliegenden Staaten präsentieren an insgesamt drei Locations der Stadt ihre musikalischen Fähigkeiten. Besucher können die Veranstaltungen auf der Monastyrsky Insel, im Globa-Park und im Menorah-Center besuchen und sich von den jazzigen Tönen und dem umfangreichen Begleitprogramm im Rahmen des Festivals begeistern lassen.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Dnipro


Petrikiwka - Ukrainische Malerei

Nördlich von Dnipro findet sich das Zentrum der dekorativen Malerei in der Ukrainie. In der Stadt Petrykiwka liegt das historische Zentrum dieses bunten und symbolträchtigen Malstils und immer einen Besuch wert. Hier kann sich der Besucher das Handwerk dieser traditionellen Malrichtung vorführen und Produkte von enorm hoher Qualität als Erinnerungen mitnehmen. Seit dem Jahr 2013 wird die Petrikiwka-Malerei von der UNESCO auf der Liste des immateriellen Kunsterbes der Menschheit gelistet. Einen Besuch ist diese Stadt somit für Kunstfreunde in jedem Fall wert.

Die Dreifaltigkeitskathedrale Nowomoskowsk

In der Nähe von Dnipro findet sich die malerische Stadt Nowomoskowsk, welche zu den bedeutendsten Industriezentren der Region gehört. Hier finden die Besucher nach kurzer Reise die hölzerne Dreifaltigkeitskathedrale, die größte Holzkirche des gesamten Landes. Die Kathedrale ist ein Denkmal des ukrainischen Barocks und wurde im Jahr 1775 ohne den Einsatz von Metallnägeln erbaut. Mit ihren neun Türmen und einer Gesamtfläche von über 500 Quadratmetern ist die Kathedrale jede Reise wert. Vor allem, da eine umfassende Restaurierung im Jahr 2012 begonnen wurde und die Kathedrale somit wieder im alten Glanz erstrahlt.

Eine Stadt mit viel Potential für Touristen und Besucher

Die gastfreundlichen Einwohner von Dnipro und die vielen kleinen und großen Sehenswürdigkeiten der Stadt und der gesamten Region sorgen für viel Begeisterung bei der Reise. Denn Dnipro hat für jeden Besucher ein passendes Programm zu bieten. Ob bei langen Spaziergängen durch die grünen Flecken der Stadt, beim Bummel auf dem Dmytro-Jawornyzkyj-Prospekt, bei kulturellen Besuchen in den Museen und Galerien der Stadt oder bei kleinen Reisen in das direkte Umland. Die Vielfalt der Region zeichnet Dnipro als Reise-Destination geradezu aus und lädt jederzeit zu einer Reise ein.
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