Die Karpatendeutschen

Deutsche Siedler im Osten


Der heutige ukrainische Oblast Transkarpatien umfasst die historische Region der Karpatenukraine. Im äußersten Westen der Ukraine gelegen, schließt das Gebiet hauptsächlich den ukrainischen Teil der Karpaten ein.

In den Waldkarpaten gab es seit jeher bedeutende Salzvorkommen. Daher dürften sich schon seit dem 11. Jahrhundert deutsche Bergleute und Handwerker angesiedelt haben. Sie gründeten unter anderem Ortschaften wie Sachsendorf (Sasovo) oder Bereghovo (Berehowe). Mitte des 13. Jahrhunderts fielen die Tataren in das Gebiet ein. Sie verwüsteten das Land und hinterließen viel Not und Elend.

 

Erst Anfang des 14. Jahrhunderts ließen sich erneut deutsche Siedler in neuangelegten Ortschaften nieder. Zu denen zum Beispiel Solotwyno, mit seinen Salzgruben gehörte. Wie viele Auswanderer sich während dieser Zeit am Oberlauf der Theiß (Tyssa) angesiedelt haben, ist unbekannt. Ihre Anzahl reichte jedoch aus, um weitere deutsche Ansiedlungen wie Teuschau (Tjatschiw) gründen zu können.

Auch die Habsburger riefen während ihrer Dirigentschaft zu umfangreichen Ansiedlungen in der Karpatenukraine auf. Als die ältesten deutschen Siedlungen gelten, die am Ende des 17. Jahrhunderts angelegten Maurer- und Soldatenkolonien südlich von Mukatschewe. Die meisten Siedler kamen jedoch unter dem Grafen L.F. von Schönborn, der im Jahr 1711 viel Grund und Boden erwarb, in die gebirgige Region. Dies führte zu zwei wichtigen Kolonisationsströmen, dem "Schwabenzug" und dem josephinischen Kolonistenzug, Mitte des 18. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts.

Die ersten gegründeten Dörfer lagen in den Niederungen und im hügligen Vorland der Karpaten. Die Bewohner waren Bauern und Handwerker. Zu den ersten fränkisch-schwäbischen Siedlungen zählten die Dörfer Oberschönborn (Verkhnii Koropets), Unterschönborn (Schenborn), Birkendorf (Berezynka), Deutsch-Kutschowa (Kuchava) und Pausching (Pavshyno). Später kamen Deutsche aus den Alpen und den deutschen Sprachinseln der Slowakei hinzu. In den Tälern des Gebirges dagegen siedelten sich in den Dörfern Dorndorf (Drachyno), Synjak, Hrabowo und Pusnjak (Puznyakivtsi) Kolonisten aus dem Böhmerwald an. Sie wurden als Waldarbeiter gerufen, ebenso wie die Deutschen Ansiedler entlang des Flusses Tereswa.

Ursprünglich hatten die Waldarbeiter nur den Ort Deutsch-Mokra (Komsomolsk) am Fluss Tereswa gegründet. Infolge des Kinderreichtums hatte sich die Zahl der Einwanderer jedoch fast verdoppelt, so dass im Jahr 1815 talabwärts ein neuer Ort namens Königsfeld (Ust-Tschorna) gegründet werden musste. Die Arbeiter kamen ursprünglich aus dem Salzkammergut und sollten die dortige Holzwirtschaft effektiv voran bringen. Das Holz wurde neben der Verfeuerung der Sudpfannen, vor allem für den Bau von Flößen genutzt, auf denen das Salz flussabwärts transportiert werden konnte, wodurch man auch eine Verringerung der Transportkosten erzielte. Vorher musste man den beschwerlichen Weg über das Land gehen.

Neben den Wäldern bewirtschafteten die Oberösterreicher auch die hiesigen Almen. Ihre Häuser bauten sie ebenfalls im Stil des Salzkammergutes des 18. Jahrhunderts. Diese werden heutzutage noch immer bewohnt. Auch viele der Sitten, Gebräuche, die Mundart sowie Volkslieder sind bis heute erhalten geblieben, natürlich in der einen oder anderen abgewandelten Form.
karpatendeutsche, siedler, karpaten
nach oben