Die staatlichen Symbole der Ukraine. Wappen, Staatsbezeichnung, Nationalhymmne

Land & Leute Ukraine


Die Staatsbezeichnung (Ukraine, ukr. Украïна, russ. Украина)

Es gibt zwei Haupttheorien zur Herkunft des Landesnamens, um die von den Befürwortern und Gegnern erbittert gestritten wird. Hintergrund dieses Streites ist vor allem das Ringen um eine ukrainische Nationalidentität auf der einen Seite und das Herleiten der ukrainischen Identität aus der russischen auf der anderen Seite.

Eine Theorie leitet den Namen aus der alten slawischen Wortwurzel "Kra" ab, was im übertragenen Sinne etwas Abgeschnittenes, scharf Abgegrenztes bezeichnet. So wurden beispielsweise vom Herrscher an Untergebene übertragene Gebiete als "Kraina" bezeichnet. Dieser Begriff grenzte das bezeichnete Territorium gegen andere Ländereien ab und vereinte die in diesem Lande vorhandene Bevölkerung unter dem Begriff.

Der Begriff Ukraina taucht zum ersten Mal im Jahre 1187 in der sogenannten Ipathi- Chronik auf. Sie beweint den Tod eines Landesfürsten und unterstreicht, dass "die ganze Ukraine" seinen Tod beweint.

Im 12. und 13. Jahrhundert existierten mehrere dieser "Krainas" oder "Ukrainas" auf dem Gebiet der damaligen Kiewer Rus. Im Laufe der Zeit wurde dann das Land dieser "Ukrainas" sprachlich zu einem Gesamtgebiet mit dem Namen Ukraina zusammenfasst. So weist dieser Name also auf das Land, in dem die Ukrainen sind. Dieser Begriff hielt sich für dieses Land durch die Jahrhunderte hindurch unberührt von allen Fremdherrschaften.

 

Die zweite Theorie über den Namen entstand im 16. oder 17. Jahrhundert und ist die weiter verbreitete. Sie leitet den Begriff "Ukraina" oder "Okraina" von "an der Grenze" ab und bezieht sich auf das russische Reich. Das Gebiet der Ukraine war damals die westlichste Region des Zarenreiches an der Grenze zu Europa. Auch polnische Linguisten können den Begriff Ukraina aus polnischer Sicht auf den Begriff "Grenzland" zurückführen.

Welche dieser beiden Herleitungen die wahre ist oder ob es vielleicht noch weitere, bisher unbekannte mögliche Entstehungsgeschichten des Begriffes Ukraine gibt, wird in der Zukunft auf jeden Fall Gegenstand vieler Diskussionen und Forschungsarbeiten sein.

Der Tryzub (Dreizack)

Was er eigentlich war und wo er herkommt wird noch heute von Historikern kontrovers diskutiert. Eine der Theorien besagt, daß der Dreizack auf das Volk der Alanen zurückgeht. Eines der Adelsgeschlechter der Alanen führten ihn als "Clanzeichen". Dabei symbolisiert er einen Falken im Sturzflug auf seine Beute.

Der Tryzub (ukrainisch für "Dreizack"), das ukrainische Hoheitszeichen, findet sich im Mittelalter auf Münzen, Siegeln und an Bauten. Ob er eine Waffe war oder auf ein altes heidnisches Symbol vorslawischer Völker zurückgeht, ist ungewiss.

Von den Herrschern der Kiewer Rus wurde er als Feldzeichen verwandt, und da sich das ukrainische Geschichtsverständnis gerade auch auf diese erste ostslawische Staatsbildung beruft, wurde er schon im 19. Jahrhundert zum Symbol ukrainischer Eigenständigkeit. Zum nationalen Hoheitszeichen machte den Tryzub dann die Rada am 19. Februar 1992.

Die ukrainische Flagge

Der weite tiefblaue Himmel über dem wogenden Gold endloser erntereifer Felder – so poetisch kommt sie daher, die volkstümliche Interpretation der ukrainischen Nationalflagge. Tatsächlich lassen sich Herkunft und Bedeutung der beiden Farben, wie sie das Parlament der Ukraine am 28. Januar 1992 festlegte, nicht eindeutig klären.

Ein goldener Löwe auf blauem Grund war das Symbol der Region um das gegen 1250 von König Daniil Romanovitsch gegründete Leopolis, besser bekannt als Lemberg oder L’viv. Diesen übernahm die junge ukrainische Nationalbewegung während der Revolution von 1848. Im Zuge der Vereinfachung wurden dann daraus die beiden farbigen Streifen, deren vertikale Anordnung – oben Blau und unten Gelb – aber erst 1949 durch den Ukrainischen Nationalrat im Exil dekretiert wurde.

Die ukrainische Nationalhymne

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Der Text der Hymne geht auf ein patriotisches Gedicht zurück, geschrieben 1862 durch den ukrainischen Volkskundler Pawlo Platonowytsch Tschubynskyj. Dieses fand in kürzester Zeit weite Verbreitung, und so erschien schon drei Jahre später eine vertonte Fassung mit der Musik des griechisch- katholischen Priesters Michailo Werbyzkyj.

Doch erst nach der Unabhängigkeit 1991 wurde Werbyzkyjs Musik zur offiziellen Hymne des jungen Staates, während es zu einer verbindliche Fassung des Textes erst 2003 durch ein von Leonid Kutschma eingebrachtes Gesetz kam. Offiziell gelten jetzt eine leicht veränderte Fassung der 1. Strophe und der Refrain als Hymne.

Ruhm und Ehre der Ukraine,
noch sind sie nicht gestorben,
Uns soll, ihr jungen Brüder,
das Schicksal lächeln einmal mehr.
Vergehen werden unsere Feinde,
wie in der Morgensonne Tau,
Und wir, Brüder, werden bewohnen,
ein freies Land, das uns gehört.


REFRAIN:

Unsere Seelen, unsere Körper
für die Freiheit geben wir,
Zeigen werden wir, Brüder,
das wir aus dem Geschlecht der Kosaken
stammen.


Vom Sian bis zum Don
für die Freiheit stehen wir,
Kein Fremder soll herrschen
in unserem Land.
Lächeln wird das Schwarze Meer
und sich freuen Vater Dnepr,
Wenn das Glück erblüht
in unserer Ukraine.

Belohnt werden
unsere aufrichtigen Mühen,
Das Lied der Freiheit
wird erschallen im ganzen Land.
Widerhallen von den Karpaten,
durch die Steppen donnern,
Verkünden in allen Ländern
Ruhm und Herrlichkeit der Ukraine.


(freie Nachdichtung)
ukraine, ukrajina, dreizack, tryzub, trisub, flagge, hymmne ukraine
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