Sadhora. Jüdisches Leben in der Bukowina. Der Rebbe Israel Friedman

Städte & Regionen der Ukraine

Früher war Sadhora (Gartenberg) ein kleines bukowinisches Städtchen, das fast ausschließlich durch Juden bevölkert war. Es war ein jüdisches Schtetl - nicht nur wegen seiner ethnischen Struktur, sondern auch und vor allem in seiner Lebensweise.

Gegründet wurde Sadhora im Jahre 1770 im Laufe des russisch-türkischen Krieges. Nach dem Vertrag von 1891 zwischen den jüdischen Gemeinden und der österreichischen Regierung gehörte Sadhora zu den 15 größten Gemeinden der Bukowina. Jede Gemeinde hatte das Recht auf Synagoge, Mikwa, Jeschywa, Talmud-Tora-Schule und Friedhof.

Der Hof des Zaddiks von Sadhora war zu jenen Zeiten einer der reichsten in der Welt. Diesen Hof wurde von Rabbi Israel Friedman errichtet. Er wurde in Ruschyn 1796 geboren und war der älteste Sohn von Rabbi Dow Ber aus Meschyritsch. Auf der Flucht vor der russischen Regierung kam Israel Friedman nach Czernowitz, wo er Zuflucht und Unterstützung beim Landbesitzer Baron von Mustaza bekam und in Sadhora seine Residenz bauen durfte. Im Laufe der Jahre wuchsen die Bedeutung und der Ruhm des Rabbi Israel Friedman in der Welt der chassidische Dynastien so weit, dass man schließlich vom "hebräischen Vatikan" sprach.

Die Dynastie der Ruzhiner Zaddiks kann man klar bis zum Anfang des Ersten Weltkriegs verfolgen. Noch heute stehen die Ruinen der Paläste. Außerdem kann man in Sadhora die umgebaute Große Synagoge und den jüdischen Friedhof besichtigen, wo Israel Friedman und sein Sohn Avraam Jakub begraben sind.

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